Motor zerlegen und reinigen

Der Motor ist sehr einfach aufgebaut – 1 Zylinder mit integriertem Zylinderkopf (Sackzylinder), 2 Gehäusehälften, eine Kurbelwelle, Pleuel, Kolben und Lager. Das ist recht überschaubar und schnell zerlegt. Nach knapp 90 Jahren sammelt sich da aber ganz schön viel Dreck an der erst mal entfernt werden muss…

Die Lager der Kurbelwelle sind Schulterlager, der Typ heißt E20. Die werde ich erneuern, dafür brauche ich aber einen passenden Abzieher…

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Getriebe fertig und Motor los

Das Getriebe ist jetzt mit neuen Lagern versehen wieder fertig zusammen gebaut. Ich habe neue 7mm Rollen und Kugeln für das Ausgangslager gekauft, wenn man die Kugeln mit ordnetlich Fett einstreicht fallen sie nicht gleich raus und alles ließ sich alles wunderbar und ohne Spiel montieren. Zum Schluss noch eine Dichtung angefertigt und das Getriebe mit „Addinol Fließfett SGA 600“ gefüllt, dieses Fließfett wird immer wieder empfohlen da es wohl etwas verdünnt ist und nicht zu zählflüssig, sodass es nicht an die Gehäusewand geschleudert wird wo es dann nicht mehr schmiert.

Anschließend habe ich mich an den Motor gemacht. Als erstes musste ich ihn von einer dicken, öligen Schmutzschicht befreien, die sich regelrecht im Laufe der Jahrzehnte „eingebrannt“ hat… Danach den Zylinder abgenommen und optisch begutachtet, sieht soweit ganz gut aus, keine Riefen, sichtbare Beschädigungen oder Spiel in den Lagern. Der Motor wird nun komplett zerlegt, vermessen, gereinigt und mit neuen Lagern wieder zusammen gebaut. Schon faszinierend, ich habe zum ersten Mal einen nasenkolben vor mir 🙂

Weiter gehts

Die neuen Rollen und Kugeln sind da, es geht wieder an den Zusammenbau des Getriebes. Die Rollen und Kugeln werden schön mit Fett eingestrichen damit sie kleben bleiben und nicht wieder raus fallen. Anschließend kann man die Wellen und Schieberäder wieder einbauen. Bei der Hauptwelle muss man aufpassen, da sitzt eine Scheibe mit Nut drauf, wenn die nicht richtig sitzt kann man den Deckel nicht montieren weil die Welle nicht korrekt sitzt.

Mittlerweile habe ich ein Hinterrad gefunden, es ist auch schon da und es passt 🙂 Was es genau für eines ist weiß ich noch nicht, ich vermute dass es ein Fichtel und Sachs ist. Wirklich wissen werde ich es wohl erst, wenn ich das Kettenrad demontiert habe und mit dieser Liste verglichen habe:

Kettenräder

Leider fehlt der Bremshebel und eine der Scheiben mit der das Rad im Rahmen verschiebbar eingehängt wird (im linken Bild zu sehen)… ich hoffe dass die Teile bekomme.

Mittlerweile habe ich auch den Motor ausgebaut, das geht nur wenn man die Schwungscheibe demontiert. Die saß bombenfest, ich habe sie nur mit meinem „Monster-Abzieher“, viel, viel Wärme und Eisspray auf die Kurbelwelle mit einem heftigen Knall runter bekommen. Mehr habe ich mit dem Motor aber noch nicht gemacht.

Heute habe ich die Zündapp bei schönem Wetter mit warmem Wasser und Spüli sauber gemacht, zumindest soweit wie ich mit dem Schwamm kam. Die restlichen Teile werden dann gereinigt, wenn sie abgebaut sind, zumindest die, die ich abbauen werde.

Interessant ist, dass sie unter dem Schutzblech rot ist, ob der Kotflügel wohl mal rot lackiert war, oder ob das eine Grundierung ist mit der die Kotflügel innen lackiert sind?

Getriebe

Und weiter geht’s mit dem Getriebe. Auf der Technorama in Ulm habe ich mir ein paar Abzieher gekauft, mit denen ich die Grundplatte der Kupplung von der Getriebeausgangswelle abziehen konnte. anschließend das Eingangs-Kettenritzel abmontiert, und schon kann man die Wellen heraus ziehen. Aber vorsicht: dabei fallen hinten am Lagerdeckel die Kugeln raus! Wenn man nicht aufpasst, hüpfen sie lustig auf dem Kellerboden herum und verschwinden auf nimmer Wiedersehen unter dem Schrank…

Anschließend wird alles gereinigt, die Teile gesichtet und vermessen, neue Lager bestellt und wieder zusammen gebaut. Die Verzahnungen für den 2. Gang sind wahrscheinlich grenzwertig, da sie schon ziemlich abgenutzt sind und die Gefahr besteht dass er unter Last raus springt. Ich habe aber keine andere Wahl, da ich kein anderes Getriebe habe und es Teile dafür nicht gibt… Ich werde es also auf einen Versuch ankommen lassen müssen.

Getriebewellen_3 Getriebewellen_2 Getriebewellen_1 Lager_Innen_2 Lager_Innen

Getriebe

Als nächstes habe ich das Getriebe ausgebaut. Ist bei so einem alten Motorrad sehr einfach aufgebaut, es hängt an 2 Schrauben und wird durch eine Spannvorrichtung verschoben um die Primärkette zu spannen.

Den Keil der den Kickstarterhebel hält musste ich aufbohren, der ließ sich keinen Millimeter bewegen… danach habe ich gleich mal den Deckel geöffnet, sieht mal ziemlich gut aus!

Als nächstes muss ich die Kupplung demontieren, dazu brauche ich aber erst einen Hakenschlüssel den ich erst noch besorgen muss.

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