Zulassungsmarathon

Weil sie gleich von Anfang an so schön gelaufen ist und auch sonst einen guten Eindruck macht, habe ich nun den Zulassungsmarathon begonnen. Als erstes bei der Zulassungsstelle angefragt, wie bei der DBK schon direkt beim Leiter der Zulassungsstelle und auch gleich per Email alle Unterlagen wie Kaufvertrag und Fahrgestellnummernliste mitgeschickt. Nachdem ich eine Woche nichts gehört hatte, habe ich mal angerufen und nachgefragt ob die Email angekommen ist. Ist sie meinte der gute Mann, momentan scheint aber jeder seine Fahrzeugpapiere verloren zu haben… deshalb dauert es noch ein bisschen. Aber die Maschine stand ja eh schon über 60 Jahre da machen ein paar Wochen ja auch nichts mehr aus… schöne Aussichten…

Währenddessen habe ich den TÜV kontaktiert und nachgefragt, was ich bei so einem alten Motorrad alles beachten muss. Die Dame gab mir gleich den zuständigen Ingenieur ans Telefon, der meinte nur dass auf jeden Fall ein Tacho verbaut sein muss, da gebe es eine Nachrüstpflicht. Also habe ich erst einmal einen digitalen Motorrad-Computer bei Sigma Sport, die eigentlich für Fahrradcomputer bekannt sind, bestellt. Nachdem der da war, sah das aber so schrecklich aus dass ich nach einem zeitgenössischen Tacho Ausschau gehalten habe. Weil ich davon aber gar keine Ahnung und bei 0 angefangen habe, ist gleich eine kleine Unterseite meier Zündapp-Website entsanden: http://zuendapp.x19world.de/index.php?go=tachos

Zeitgleich habe ich begonnen bei den einschlägigen Internetportalen nach alten Tachos zu suchen und habe mit Michael Leitner Kontakt aufgenommen, der alte Tachos und Tachoantriebe wie es in den 20ern üblich war nachfertigt. Nachdem ich einen schönen alten Deuta-Tacho gekaut habe, muss der nun zu Herrn Leitner damit dieser eine Tachowelle und den passenden Antrieb mitsamt Übersetzung anfertigen kann.

Diese Woche bekam ich das o.k. von der Zulassungsstelle, sodass ich nun doch nächste Woche mit dem digitalen Motorrad-Tacho zum TÜV fahren werde, aber trotzdem auf Dauer den schönen alten 20er-Jahre-Tacho verbauen werde wenn es soweit ist. Eine Woch darauf habe ich dann den Termin beim Chef der Zulassungsstelle, ich hoffe dass alles klappt mit dem TÜV und ich dann auch ein schönes kleines Kennzeichen bekomme wie bei der DBK…

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Erste Probefahrt

Sie Läuft!

Endlich war es soweit, die Kabel waren eingezogen, Bowdenzüge fertig montiert und alles beisammen. Also Sprit rein und gucken ob alles dicht ist… das war es, also raus und gucken ob sie anspringt… tatsächlich, auf den ersten Kick sprang sie an! Und lieff wunderbar im leerlauf 🙂

Also rauf auf die Straße, nochmal kurz den Luftdruck gecheckt und die bremse vorne nachgestellt und mal geschaut wie sie läuft, kuppelt und schaltet…

Die Probefahrt ergab, alles funktioniert, sie kuppelt super, muss nix nachgestellt werden, sie schaltet super, Gang fällt nicht raus und sie zieht am Berg richtig gut vor allem wenn man die Zündung in Richtung früh stellt 🙂 Einfach nur herrlich!

Jetzt brauche ich noch einen Rückspiegel und einen Tacho (Fahrradtacho für’s erste) dann kann ich damit zum TÜV und sie zulasssen. Das kläre ich aber nun erst mit der Zulassungsbhörde ab…

 

 

Tank

Der Tank hat mir viel Kopfzerbrechen bereitet. Da die Maschine sehr lange in diversen Sammlungen gestanden ist, war er trocken und hatte innen Ablagerungen am Boden. Ich habe mir vorgenommen ihn zu reinigen und zu beschichten und habe mir von Ammon (http://tanksiegel.de/) Kreem rot gekauft. nachdem ich dann das Thema lange Zeit vor mir hergeschoben habe musste ich mich irgendwann darum kümmern… mittlerweile habe ich viel gelesen, die einen raten zur Tankversiegelung, von wieder anderen hört man Horrorgeschichten von abgelösten Tankversiegelungen. Einige raten dazu den Tank lediglich zu reinigen und so zu lassen.

Das alles hat mich sehr verunsichert sodass ich erst einmal mein Endoskop ausgepackt und den Tank genau inspiziert habe. Dabei heraus kam, dass im Innern so gut wie kein Rost vorhanden ist sondern lediglich dunkle Ablagerungen an der Unterseite. Dann habe ich den Tank gründlich mit Wasser ausgewaschen bis kein Schmutzer mehr heraus kam. Dann habe ich alles noch einmal genauestens inspiziert und mich dann dazu entschlossen, alles so zu lassen wie es ist…

Scheinwerfer und Elektrik

Nachdem alle Kettenräder kamen und inklusive Ketten montiert waren, konnte ich mich an die Bowdenzüge und die Elektrik machen. Erstere waren schnell hergestellt, natürlich wieder wie bei der DBK 200 baumwollummantelte vom Kabel-Schmitt. Danach musste erst mal der Batteriehalter montiert werden und dann ging es an den Scheinwerfer.

Der Scheinwerfer wurde mitsamt dem Rücklicht und dem Licht-Magnetzünder in den 1930ern nachgerüstet. Der Scheinwerfer ist ein Bosch ES 150, der Magnet ein Bosch D1 Zünder und das Rücklicht muss ebenfalls von Bosch sein, welches an einem Häckel Halter am hinteren Kennzeichen befestigt ist.

Leider fehlt beim Scheinwerfer der große Knebel zum Einschalten des Lichtes. Von einem guten Freund bekam ich so einen Schalter, den ich im CAD nachmodellieren konnte. Eigentlich wollte ich ihn mit meinem 3D-Drucker ausrucken und ein experiment wagen, ihn in Aluminium nachzugießen. Aber das 3D-Druck-Ergebnis sah schon so gut aus dass ich ihn so gelassen habe. Modernste Technik trifft 20er Jahre Vorkriegstechnik 🙂

Anschließend wurde alles gründlich gereinigt, vor allem die Kontakte sahen so aus als würden sie nicht mehr viel Strom durch lassen sondern ihn eher mit viel Widerstand aufhalten… dann mit etwas frischem Fett zusammengebaut. Danach habe ich die Kabel verlegt und alles angeschlossen, und siehe da, es werde Licht 😉